BNP Paribas – ein grosser Schritt hin zu einem konstruktiven sozialen Dialog

10. Februar 2020

Nach der Ankündigung von 250 Entlassungen durch die BNP Paribas (Suisse) SA im November 2019 hatte sich der Schweizerische Bankpersonalverband (SBPV) mit der Geschäftsleitung der Bank in Verbindung gesetzt, um die Mitarbeitenden zur Verteidigung ihrer kollektiven Interessen zu organisieren. Am 5. Dezember 2019 wurde der SBPV auf einer Mitarbeiterversammlung beauftragt, einen Sozialplan auszuhandeln. Dreizehn Mitarbeitende wurden gewählt, um an diesen Verhandlungen teilzunehmen. Am 29. Januar 2020 schliesslich stimmte eine erneut einberufene Mitarbeiterversammlung dem Ergebnis dieser Verhandlungen mit überwältigender Mehrheit zu. Der Sozialplan wurde daraufhin am 30. Januar 2020 von der Bank, der Personalvertretung und dem SBPV unterzeichnet.

Der angenommene Sozialplan entspricht den Erwartungen der Mitarbeitenden. Er berücksichtigt die Dienstjahre sowie das Alter der Betroffenen und bietet entlassenen Mitarbeitenden über 58 Jahre vorteilhafte Bedingungen für eine Frühpensionierung. Des Weiteren unterstützt er die Bemühungen der entlassenen Mitarbeitenden bei der Suche nach einer neuen Arbeitsstelle mit einem grosszügigen Angebot für Outplacement-Massnahmen und/oder für eine Schulung. Mitarbeitende mit Kindern profitieren zudem von einer zusätzlichen Vergütung.

Konkrete Massnahmen für einen dynamischeren sozialen Dialog

An der Sitzung vom 20. Januar 2020 wurden auch zwei Vorschläge angenommen, die die BNP Paribas (Suisse) SA mit der Wahl einer Personalvertretung und der Unterstellung der Bank unter den vom Schweizerischen Bankpersonalverband ausgehandelten Gesamtarbeitsvertag des Finanzsektors (Vereinbarung über die Anstellungsbedingungen der Bankangestellten – VAB) auf den Weg eines engagierteren und dynamischeren sozialen Dialogs bringen.

Die Erfahrung der Verhandlungen über den Sozialplan hat den Mitarbeitenden gezeigt, dass die Beteiligung nicht nur in schwierigen Zeiten – wie bei einer Massenentlassung der Fall – sondern generell sehr wichtig ist. Die grosse Anzahl von Beitritten der Angestellten von BNP Paribas zum SBPV und das grosse Engagement des Verbands trugen massgeblich dazu bei, die Aufnahme von seriösen Verhandlungen und schliesslich den Abschluss eines grosszügigen Sozialplans zu sichern. Die gewählten Arbeitnehmervertreter werden wachsam bleiben müssen, damit der von der BNP Paribas-Gruppe mit der Unterzeichnung des «Abkommens über die Grundrechte und die globale soziale Basis von BNP Paribas» im Jahr 2018 und während der Verhandlungen über den Sozialplan eingeleitete soziale Dialog in der Schweiz fortan aufrechterhalten wird.