JA zur Initiative AHVplus

15. September 2016

Der Vorstand des SBPV hat die Initiative AHVplus geprüft und einstimmig beschlossen, diese im Interesse der Bankangestellten zu unterstützen. Er empfiehlt seinen Mitgliedern und den Bankangestellten, ein JA in die Urne zu legen.
AHV: Sicherheit für das Alter
Der SBPV befürwortet die Rentenfinanzierung über das 3-Säulen-Prinzip: AHV, berufliche Vorsorge (Pensionskasse) und individuelle Vorsorge. Die Kombination der drei Systeme sollte ermöglichen, dass Grundbedürfnisse gedeckt (AHV) und die Erhaltung des Lebensstandards sichergellt werden (2. Säule). Die steigende Lebenserwartung und die sinkenden finanziellen Erträge setzen das System jedoch unter Druck. Im Vergleich zur zweiten Säule ist die AHV allerdings den Risiken an der Börse weit weniger ausgesetzt. Ebenso tangiert die Überalterung der Bevölkerung die AHV nur zum Teil, da die AHV auch von der Wirtschaftsentwicklung abhängt. Trotz sinkender Anzahl Aktive pro Rentner(in) – die Anzahl sank von 6,5 auf 3,4 Aktive auf 1 Rentner(in) – und steigender Lebenserwartung federt die AHV seit mehr als 65 Jahren automatisch die Kosten der älter werdenden Gesellschaft ab.
Erhöhung der AHV: Die Mehrheit der Bevölkerung profitiert
Der Zustand der Pensionskassen verschlechtert sich unter dem Druck der Finanzmärkte und der steigenden Lebenserwartung: sinkender Umwandlungssatz, steigende Beiträge und zunehmendes Rentenalter. Die Rentenentwicklung der AHV dagegen ist berechenbar und zuverlässig. Aus diesen Gründen muss die AHV gestärkt und damit der Ausfall in der zweiten Säule mindestens teilweise kompensiert werden.
In die AHV investieren, lohnt sich für die Mehrheit
Das Preis-/Leistungsverhältnis der AHV ist klar besser für Klein- und Mittelverdiener, da die AHV solidarisch finanziert wird. Die AHV-Beiträge werden auf allen Löhnen erhoben und sind gegen oben nicht begrenzt. Die Renten indes sind auf einen Höchstbetrag begrenzt.
So viel Lohnbeiträge und Steuern bezahlte ein Paar* über das ganze Berufsleben für eine AHV-Maximalrente:

So viel hätte das Paar* in der privaten Vorsorge ansparen müssen, um die gleiche Rente zu erhalten:

*Jahrgang 1949, 11’000 Franken Einkommen vor Pensionierung. Alle Beträge in Franken zu heutigen Preisen.

Finanzierung der AHVplus

Aktuell betragen die AHV-Beiträge je 4,2% für den Angestellten und Arbeitgeber. In der zweiten Säule betragen die durchschnittlichen Beiträge 19,7%. Eine Erhöhung der Lohnbeiträge von je 0,4% für Arbeitgeber und Arbeitnehmende reicht aus, um eine Rentenerhöhung von 10% zu finanzieren. Eine 30-jährige Person mit einem Bruttolohn von 5000 Franken würde monatlich 20 Franken mehr bezahlen. Sie würde aber später monatlich fast 200 Franken mehr Rente erhalten.Finanzierbar, vorteilhaft, sicher, solidarisch… Es lohnt sich, die Initiative AHVplus zu unterstützen.

Initiative AHVplus: Die AHV erhöhen, um den Rentenabbau in der 2. Säule auszugleichen

10% mehr AHV-Rente, wer möchte das nicht? Das Problem sind die Kosten. Der SGB schlägt vor, die Massnahme unter anderem mit 0.8% höheren AHV-Beiträgen zu finanzieren. Die Kosten würden paritätisch zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer aufgeteilt: Der Arbeitnehmer hätte folglich 0.4% mehr Lohnabzug. Die Initianten haben bei der Lancierung der Kampagne ein sehr nützliches Hilfsmittel online gestellt: der AHVplus-Rentenrechner. Er berechnet die 10% höhere AHV-Rente und zeigt, wieviel die Finanzierung Ihnen kostet. Solch ein gutes Preis-/Leistungsverhältnis ist in der 2. und 3. Säule unmöglich.
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Der SBPV sagt JA zur Initiative AHVplus
Der SBPV hat sich entschieden, die Initiative AHVplus zu unterstützen. Wir sind uns bewusst, dass unsere Mitglieder nicht alle mit diesem Entscheid einhergehen, hoffen aber, dass dies ihre grundsätzliche Einstellung zum SBPV nicht beeinträchtigt. Die Meinungsbildung des SBPV greift auf verschiedene Organe und Gremien zurück, die aus Bankangestellten zusammengesetzt sind. Manchmal sind die Meinungen unterschiedlich, dann gilt das Mehrheitsprinzip.
Nicht mit dem Entscheid des SBPV einverstanden?
Wir hoffen, dass Mitglieder dem SBPV weiterhin treu bleiben, auch wenn sie den Entscheid des SBPV nicht gutheissen. Auch in Familien ist man sich nicht immer einig über politische Entscheide. Wenn die Grundhaltung zum Leben aber stimmt, bleibt man zusammen. Ziel des SBPV ist es, den Bankangestellten mehr Gehör bei den Banken zu verschaffen, damit ihre Interessen besser wahrgenommen werden. Wir stehen auf der Seite der Bankangestellten bei individuellen und kollektiven Auseinandersetzungen mit dem Arbeitgeber. Wir tun unsere Arbeit diskret und effizient. Viele Bankangestellte haben unsere Beratungen und Unterstützung geschätzt und zeugen für unsere Arbeit. Wir stehen zum Finanzplatz Schweiz, sind gleichzeitig aber auch der Meinung, dass die Interessen der Bankangestellten von den Entscheidungsträgern besser berücksichtigt werden müssen. Es ist uns deshalb ein Anliegen, die Bankangestellten in unserem Verband zu organisieren und ihnen eine Plattform anzubieten, wo sie ihre Meinung und Erwartungen kundtun können.