Maskenpflicht – Schutz und Risiko zugleich

Die Pflicht, eine Maske zu tragen (und diese richtig zu tragen), um die Covid-19-Pandemie einzudämmen, ist zusammen mit der Abstandsregelung und den Hygienemassnahmen zu einer der zentralen Massnahmen im Kampf gegen das Coronavirus geworden. Man kann sich fragen, ob die Maskenpflicht in allen Fällen sinnvoll ist, besonders wenn das Tragen einer Maske ein potenzielles Sicherheitsrisiko darstellt, wie es innerhalb von Banken im Kundenbereich der Fall sein kann. Hygienemasken könnten nämlich Personen mit schlechten Absichten in die Hände spielen.

Masken als potenzielles Sicherheitsrisiko

Innerhalb von Bankfilialen herrscht nun eine Maskentragepflicht – auch für die Kundschaft. Für die Angestellten kann diese Schutzmassnahme bei einem Überfallversuch zu einer Gefahrenquelle werden. Fest steht, dass die Pflicht, das eigene Gesicht zu verdecken, einen Vorteil für Personen mit potentiell schlechten Absichten darstellt. Aus diesem Grund hatten einige Kantone zunächst eine Ausnahme von der Maskenpflicht in den Banken vorgesehen, unter Berücksichtigung der verschiedenen Massnahmen in den Filialen zum Schutz von Mitarbeitenden und Kunden. Die Pandemie hat sich auch hierauf ausgewirkt.

Umso wichtiger ist es in diesem Zusammenhang, dass die Bankfilialen immer mit mindestens zwei geschulten Schaltermitarbeitenden besetzt sind. Diese Anweisung ist in der Vergangenheit nicht immer eingehalten worden, und es ist an der Zeit, sich daran zu erinnern.

Eine andere ebenso klare Anweisung, die bereits vorherrscht, an die man sich aber vielleicht noch einmal erinnern sollte, lautet, dass Mitarbeitende vorrangig sich selbst, KollegInnen und KundInnen schützen müssen, bevor sie materielle Vermögenswerte schützen.

Maskenpflicht darf kein Vorwand für Restrukturierungen sein

Des Weiteren könnte die Maskentragepflicht die Schliessung von Bankfilialen noch beschleunigen. Covid-19 hat dies sicherlich bereits getan, indem es die Zahl der Kunden in den Filialen reduziert hat, ein schlagendes Argument für die Reduzierung der Zahl der Filialen und/oder der Öffnungszeiten. Das Sicherheitsrisiko, das von maskierten Kunden ausgeht, könnte ein zusätzliches Argument für Restrukturierungen sein.

Eines Tages, hoffentlich bald, wird Covid-19 besiegt oder eine böse Erinnerung sein. Es darf nicht passieren, dass das Virus unauslöschliche Spuren in der Dienstleistungslandschaft und auf dem Arbeitsmarkt hinterlässt. Wir fordern deshalb, dass alle Restrukturierungs- und Filialschliessungsentscheide auf einer normalen Situation basieren, nicht auf der Situation der letzten und kommenden Monate. Was werden die Reaktionen und Bedürfnisse der Bevölkerung nach dieser Zeit der Isolierung und Zurückhaltung sein? Anstatt die Kunden jetzt und für immer zu zwingen, den direkten Kontakt aufzugeben und alles online zu entscheiden, erwarten wir von den Banken, dass sie auf die Kunden hören und nicht unter dem Vorwand einer Ausnahmesituation endgültige Massnahmen ergreifen.