SGB-Frauenkongress: Lohngleichheit ist das A und O

6. Dezember 2013

Die Lohngleichheit zwischen Frauen und Männern ist unverzichtbare Grundlage für jeglichen Fortschritt hinsichtlich Gleichstellung in der Arbeitswelt. Eigentlich eine Selbstverständlichkeit – die Realität sieht jedoch trotz entsprechender Artikel in Bundesverfassung und Gleichstellungsgesetz häufig anders aus, gerade auch im Bankensektor. Die Ausführungen von Bundesrätin Sommaruga zu diesem Thema waren deshalb auch für die beiden Vertreterinnen des SBPV, die erstmals am Kongress teilnahmen, höchst interessant.
Der SBPV beteiligt sich aktiv am freiwilligen Lohngleichheitsdialog von Bund, Arbeitgeberverband und Arbeitnehmer. Die dafür zuständige Justizministerin machte bei ihrem Auftritt deutlich, dass dieser seit März 2009 laufende Dialog gescheitert sei, da mit nur 40 Anmeldungen das Ziel von 100 Teilnehmern klar verfehlt wurde. Eine Verlängerung des Dialogs um zwei Jahre sei deshalb keine Lösung. Vielmehr sei nun die Politik gefordert, damit die Lohngleichheit, die den Frauen seit Jahrzehnten zustünde, durchgesetzt werden könne. Bereits im kommenden Jahr 2014 sollen dem Bundesrat Vorschläge vorgelegt werden, wie die Lohndiskriminierung mit Hilfe von staatlichen Mitteln bekämpft werden könne.
Auch Verbesserungen zur  Vereinbarkeit von Erwerbsarbeit und Betreuung wurden am Kongress gefordert. Die Arbeitszeit für alle – Frauen und Männer – soll deutlich reduziert, die Arbeit auf Abruf verboten und mehr bezahlte Urlaube für Betreuungspflichtige gewährt werden. Zudem  verlangten die Delegierten ein Ende des Sparens auf dem Buckel der Frauen. In der Schweiz wie auch im übrigen Europa sind die Frauen am stärksten von Sparmassnahmen betroffen. Viele Frauen arbeiten Teilzeit. Diese Stellen werden bei Restrukturierungen als erste gestrichen. Weiter leiden die Frauen unter den staatlichen Sparmassnahmen gleich doppelt: Zum einen werden Stellen im öffentlichen Sektor, in welchem der Frauenanteil besonders hoch ist, abgebaut, zum anderen Beiträge für Betreuungsangebote und Dienstleistungen, auf die die Frauen äusserst angewiesen sind, gekürzt.
Schliesslich muss auch die soziale Sicherheit im Alter gewährleistet werden. Frauen beziehen aufgrund Teilzeitarbeit und tieferen Löhnen oft nur sehr geringe Renten aus der zweiten Säule. Für sie ist die AHV nach wie vor der wichtigste Pfeiler der Altersvorsorge und muss deshalb – wie die AHVplus Initiative vorsieht,  gestärkt werden.  Die Erhöhung des Rentenalters ist für die Frauen, so lange die Gleichstellung von Frauen und Männern in den genannten Bereichen nicht zur Realität wird, inakzeptabel.
Es bleibt viel zu tun bis zum nächsten SGB-Frauenkongress in vier Jahren – aber von jedem einzelnen Schritt auf dem Weg zur Gleichstellung, sei er auch noch so klein, profitieren Frauen, Männer und alle Generationen unserer Gesellschaft in gleichem Masse.
Impressionen vom Event>
Sabina Gasser
Geschäftsstellenleiterin Zürich
sabina.gasser@sbpv.ch>