VAB - Arbeitszeit

Einen Grossteil unserer Lebenszeit verbringen wir am Arbeitsplatz, doch genau so wichtig ist unsere Freizeit. Sie dient uns zur Erholung und verhindert, dass wir zu viel arbeiten und von Stresssymptomen betroffen sind.

Die VAB legt fest, dass im Finanzsektor pro Woche maximal 42 Stunden gearbeitet werden darf. Es ist daher nicht zulässig, Überstunden einfach durch eine schriftliche Vereinbarung zu streichen, denn ein Gesamtarbeitsvertrag hat grundsätzlich Vorrang vor einer individuellen schriftlichen Vereinbarung oder betrieblichen Regelungen.

Um einen Überblick über die eigene Arbeitszeit zu haben, muss diese erfasst werden. Nur so kann nachvollzogen werden, ob und wie viele Überstunden geleistet wurden.

Auf die Arbeitszeiterfassung kann man als Einzelperson nicht verzichten. Dies ist nur möglich, wenn das Finanzinstitut eine Vereinbarung unterzeichnet hat. Für den Finanzsektor ist dies die «Vereinbarung über die Arbeitszeiterfassung» (VAZ), welche ein Anhang der VAB ist.

13. Wöchentliche Arbeitszeit
Die Normalarbeitszeit beträgt 42 Stunden pro Woche. Sie wird im Rahmen der Vorschriften des Arbeitsgesetzes in der Regel auf fünf Tage mit zwei aufeinanderfolgenden arbeitsfreien Tagen verteilt. Regelmässige Samstagsarbeit kann nur mit schriftlichem Einverständnis der Angestellten angeordnet werden.
14. Jährliche Sollarbeitszeit
Die Bank legt die jährliche Sollarbeitszeit unter Berücksichtigung der Feiertage sowie weiterer arbeitsfreier Tage und Stunden fest.
15. Flexibilisierte Arbeitszeit
Die flexibilisierte Arbeitszeit ist die Regel. Die Bank legt sie nach den Bedürfnissen des Betriebes und der Angestellten unter Berücksichtigung der örtlichen Verhältnisse fest. Im Jahresdurchschnitt muss die Normalarbeitszeit von 42 Stunden pro Woche eingehalten werden.
16. Arbeitszeiterfassung
Der Verzicht auf die Arbeitszeiterfassung gemäss Artikel 73a und über die vereinfachte Arbeitszeiterfassung gemäss Artikel 73b der Verordnung 1 zum Arbeitsgesetz (ArGV 1) werden in der Vereinbarung über die Arbeitszeit (VAZ) geregelt.
17. Überstunden
Überstunden müssen von der Bank angeordnet oder nachträglich genehmigt werden. Die Angestellten sind zur Leistung von Überstundenarbeit (z.B. bei ausserordentlichem Arbeitsanfall, Arbeitsrückständen, Abwesenheiten) so weit verpflichtet, als sie diese zu leisten vermögen und sie ihnen nach Treu und Glauben zugemutet werden kann. Der Überstundensaldo wird aufgrund der geleisteten Jahresarbeitszeit im Verhältnis zur jährlichen Sollarbeitszeit ermittelt.
Die Bank entscheidet bei einem Überstundensaldo von bis zu 50 Stunden, in welcher Form eine Abgeltung erfolgt. Bei dem 50 Stunden übersteigenden Anteil des Überstundensaldos entscheiden die Angestellten, ob sie die Ausgleichung durch Freizeit (auch durch Übertragung als Zeitguthaben auf das Folgejahr), eine Abgeltung in Form eines Lohnzuschlages von 25% oder eine andere, schriftlich zu vereinbarende entsprechende Gegenleistung bevorzugen..
18. Überstunden bei Teilzeitarbeit
Bei Teilzeitarbeit werden die Überstunden erst ab Überschreiten der jährlichen Sollarbeitszeit bei Vollzeitarbeit mit dem Zuschlag von 25% entschädigt, sofern nicht kompensiert wird. Für ausbezahlte Überstunden, die zwischen der vertraglichen Arbeitszeit und der jährlichen Sollarbeitszeit bei Vollzeitarbeit liegen, wird die Ferienentschädigung hinzugerechnet.
19. Besondere Arbeitszeiten
Vorübergehende Arbeit an Sonntagen und den Sonntagen gleichgestellten Feiertagen sowie in der Nacht kann nur ausnahmsweise und nur im Einverständnis mit den Angestellten angeordnet werden. Für Arbeit in der Nacht (gemäss Arbeitsgesetz) wird ein Lohnzuschlag von 25%, für Arbeit an Sonntagen und den Sonntagen gleichgestellten Feiertagen ein Zuschlag von 50% bezahlt. Pikett- und Schichtarbeit werden in einem internen Reglement geregelt.