Bankangestellte sollen nicht für Fehler der Bank büssen müssen – Aktionäre und Führungsspitze müssen Verantwortung übernehmen

20. Mai 2014

Der Schweizerische Bankpersonalverband ist erleichtert, dass der Steuerstreit zwischen den USA und der Credit Suisse gelöst werden konnte. Um die Glaubwürdigkeit des Finanzplatzes Schweiz zu wahren, ist es wichtig, dass die Führungsspitze ihre Verantwortung wahrnimmt, indem sie die Kosten für die getroffene Einigung selber trägt. Die Bankangestellten haben bereits genug bezahlt.
Eine schmerzvolle aber notwendige Einigung
Der Steuerstreit zwischen der Credit Suisse und den USA hing lange wie ein Damoklesschwert über der Bank und den Köpfen ihrer Angestellten. Nach der Aussage von Brady Dougan vor dem amerikanischen Kongressausschuss im letzten Februar und dem anschliessenden Schuldein­geständnis der Bank, konnte diese schwierige und unsichere Situation für die Bankangestellten bereinigt werden. Die Angestellten waren zu lange die leidtragenden Dritten in diesem Konflikt, die lediglich die Weisungen der Führungsspitze befolgt haben. Der Bankpersonalverband fordert die Credit Suisse auf, jetzt ihre Verantwortung gegenüber ihren Angestellten zu übernehmen und die angeklagten Angestellten zu unterstützen sowie sich für die Löschung der gelieferten Personennamen in die USA stark zu machen.
Verantwortung übernehmen
Die Geschäftsstrategie der Credit Suisse, die zu dieser Situation geführt hat, wurde von der Führungsspitze der Bank entwickelt und durch ihre Grossaktionäre abgesegnet. Aus diesem Grund müssen diese Parteien nun auch die Konsequenzen für ihr Handeln übernehmen und die Busse von 2.8 Milliarden Dollar selber zu begleichen, indem sie ihre Boni signifikant verringern und die aufgeschobenen Wertpapiere aus dem Long-Term Incentive Programm verflüssigen. Sei es durch Stellenabbau, Kostensenkungsprogramme, Unsicherheiten und dem stetig wachsenden Druck, die Finanzkrise hat bereits genügend Opfer von den Angestellten gefordert. Auch die Gesellschaft hat ihren Beitrag zur Problemlösung beigetragen, indem sie die sozialen Kosten übernommen hat und mit verminderten Steuereinnahmen haushalten muss. Die Gesellschaft und die Angestellten erwarten nun konkrete Massnahmen von den Banken für die Zukunft. Die Banken müssen fortan die Gesetze der jeweiligen Länder, in denen sie aktiv sind, respektieren und eine Personalpolitik entwickeln, die auf Vertrauen beruht und die Mitwirkung im Sinne der Sozialpartnerschaft fördert.
Bern, 20. Mai 2014

Für Rückfragen:

Denise CHERVET, Geschäftsführerin SBPV,
T. 079 408 92 40, denise.chervet@sbpv.ch>


Jean Christophe SCHWAAB, Präsident SBPV
Region Westschweiz, T. 078 690 35 09