Bei der BSI zahlen die Angestellten die Zeche

24. Mai 2016

Der Schweizerische Bankpersonalverband SBPV verurteilt das gravierende Fehlverhalten der Führungsriege der BSI. Der SBPV fordert die Verantwortlichen – ehemalige und aktuelle Geschäftsleitung und Verwaltungsrat – auf, aktiv mitzuwirken, um die Arbeitsplätze der Mitarbeitenden zu retten. Die Bankangestellten sollen nicht für die fehlerhaften Entscheide ihrer Arbeitgeber haften. Der SBPV begrüsst den Entscheid der Finma, die vollständige Übernahme der BSI durch EFG International zu genehmigen. Dieses Vorgehen bietet die Möglichkeit, die Arbeitsplätze zu retten. Der SBPV erwartet, dass EFG International die Arbeit und die Kompetenzen der Angestellten der BSI honoriert.
Schlecht geschütztes Bankpersonal
Die Finma erhebt schwere Vorwürfe gegen die BSI: Die Tessiner Bank habe schwer gegen die Geldwäschereibestimmungen verstossen, heisst es in ihrer Mitteilung. Die Verantwortlichen bei der BSI müssen zur Rechenschaft gezogen werden, aber nur diese. Die Befehlsempfänger, die nicht betroffenen Bankangestellten müssen geschützt werden, da diese im Auftrag gehandelt haben. Das Schweizer Arbeitsrecht verpflichtet die Beschäftigten, die vom Arbeitgeber festgelegten Richtlinien einzuhalten. Da es zudem keinen effizienten Kündigungsschutz, auch nicht für die Whistleblower, gibt, dürfen die Bankangestellten für die falschen Entscheide der Bank nicht verantwortlich gemacht werden. Trotzdem werden wieder die Bankangestellten den Preis zahlen müssen, sei es mit Arbeitsplatz- oder Reputationsverlust. Der SBPV weist auf die schwierige Stellung der Bankangestellten hin, die immer mehr Verantwortung in Sachen Risikokontrolle tragen und hohe Leistung erbringen müssen, sowie unter strenger Vertraulichkeit stehen, ohne dabei einen effizienten Schutz zu geniessen.
Die EFG International steht in der Pflicht
Der Entscheid der Finma, die vollständige Übernahme der BSI durch die EFG International zu genehmigen, kann auch als eine Anerkennung des Engagements der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter interpretiert werden. Dieses verpflichtet die EFG, die, von ihr angekündigten Sparmassnahmen und Synergien, nicht auf dem Buckel der Mitarbeitenden zu bewerkstelligen. Die Kompetenzen und das Knowhow des Personals werden von ihren Kunden geschätzt. Diese tragen dazu bei, die Kunden zu beruhigen und unterstützen somit die erfolgreichen Integration der BSIin die EFG International. Der SBPV ruft die EFG International dazu auf, diese Kompetenz anzuerkennen und auf der Grundlage einer grosszügigen Personalpolitik zu handeln.
Ihr Kontakt:
Natalia Ferrara
Schweizerischer Bankpersonalverband
Regionalsekretariat Tessin
T 091 921 26 51
natalia.ferrara@sbpv.ch
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