BNP Paribas: Die Entdeckung des sozialen Dialogs

Den sozialen Dialog leben heisst, diesen anzunehmen
Bei BNP Paribas Suisse gibt es keine Personalkommission und die Bank unterliegt nicht der Vereinbarung über die Arbeitsbedingungen der Bankangestellten (VAB), dem Gesamtarbeitsvertrag für den Bankensektor. Der SBPV hatte sich mehrmals vergeblich bemüht, BNP Paribas dazu zu bringen, die guten Vorsätze in dem mit Uni Global unterzeichneten globalen Abkommen (BPB Paribas‘ Abkommen über Grundrechte und die globale soziale Basis) in die Tat umzusetzen. Dieses 2018 unterzeichnete Abkommen erkennt die Vereinigungsfreiheit an, insbesondere durch die Annahme von Gesamtarbeitsverträgen. Die Bank in der Schweiz beschränkte den sozialen Dialog auf das Minimum, um den SBPV ausserhalb der Bank zu halten. Sie errichtete so quasi eine virtuelle Mauer zwischen dem SBPV und den Beschäftigten. Nach den Erfahrungen der Sozialplanverhandlungen wurde diese Mauer niedergerissen. Die Mitarbeitenden erfuhren die Vorteile der aktiven Teilnahme und kamen so auf den Geschmack. Sie entdeckten ihre Rechte, aber auch ihre Einflussmöglichkeit, wenn sie sich organisieren, vereinen und wagen, ihre Forderungen zu verteidigen. Kein Wunder, wollen sie weitermachen.

Der Sozialplan, ein erster Schritt …
Bei den Verhandlungen über den Sozialplan wollte die Personalvertretung nicht nur von Anfang an gute Abgangsentschädigungen für die Entlassenen, sondern auch die Grundlagen für einen aktiven sozialen Dialog im Unternehmen schaffen. Aus diesem Grund waren die Wahl einer Personalkommission und die Unterstellung der Bank unter die VAB Voraussetzungen für die Aushandlung des Sozialplans. Schliesslich wurde ein Kompromiss bei diesen Punkten erzielt, wie es sich für jede seriöse Verhandlung gehört. Die erste Aufgabe der zu wählenden Personalkommission wird darin bestehen, die Bank aufzufordern, die guten Absichten des Globalen Abkommens von BNP Paribas durch die Unterzeichnung der VAB in die Tat umzusetzen.

… und zahlreiche Beitritte
Die Mitbestimmung macht glücklich, oder zumindest trägt sie dazu bei. Mit anderen als Subjekt handeln und sich äussern zu können, gehört zu werden und Einfluss auf den Lauf der Dinge zu nehmen, ist ein menschliches Bedürfnis, das motiviert und zum Fortschritt beiträgt. Das wurde in der Delegation erlebt. Die Mitbestimmung ist nicht immer einfach, aber der Weg des geringsten Widerstandes ist keine Garantie für Zufriedenheit oder Glück, im Gegenteil. Diejenigen, die die Mitbestimmung gekostet haben, wollen sie auf alle Fälle fortsetzen. Nicht wenige durch den Beitritt zum SBPV (fast 400 neue Mitglieder), andere wiederum durch die Mitarbeit im Personalausschuss oder im SBPV. Dieser Drang zur Beteiligung ist jedoch zerbrechlich. Es ist daher die Aufgabe des SBPV, sich durch regelmässige Informationsmassnahmen, Schulungen und Kontakte mit Interessenten darum zu kümmern. Mit dem Sozialplan ist das Abenteuer nicht vorbei, es hat erst begonnen.