BSI: Es gibt sie noch, die Sozialpartnerschaft

8. Dezember 2014

Welch eine Genugtuung, wenn Arbeitgeber und Arbeitnehmervertreter es verstehen, zusammenzuarbeiten, um ein zufrieden stellendes Ergebnis für alle Beteiligten zu erzielen. So geschehen bei der BSI, einer Bank mit Sitz in Lugano.
In den letzten Jahren hatte die BSI zwei Banken erworben (zuerst die Banca Unione di Credito BUC, anschliessend die Banca del Gottardo) und ihre EDV-Systeme angepasst. Diese Übernahmen hatten keine Kündigungen zur Folge. In der Zwischenzeit zwangen die Schwierigkeiten des Tessiner Finanzplatzes die BSI, ihre Kosten zu senken. Im Rahmen von Sparmassnahmen entschied die Bank letzten Sommer Restrukturierungsmassnahmen, welche sich auch auf die Arbeitsplätze auswirkten.
Die HR-Verantwortlichen waren von Beginn an zum Dialog bereit. Sie bezogen die Personalkommission in die Sozialplanverhandlungen mit ein. Und auch der SBPV konnte an den verschiedenen Verhandlungsgesprächen teilnehmen und mit der Personalkommission seine Erfahrungen teilen.
Die Personalkommission wollte alle Kolleginnen und Kollegen in den Prozess miteinbinden und berief regionale Versammlungen in Lugano, Zürich und Genf ein. Ziel war es, die Kolleginnen und Kollegen zu informieren. Diese konnten Fragen stellen, Vorschläge machen und über den Sozialplan abstimmen. Einstimmig wurde dieser an den drei Versammlungen verabschiedet.
Der Sozialplan berücksichtigt die Anzahl Dienstjahre, das Alter und die familiäre Situation der Angestellten. Maximal werden 17 Monatsgehälter Entschädigung bezahlt. Zudem sieht der Sozialplan eine Outplacement-Beratung und eine Frühpensionierung mit AHV-Brücke und voller Rente vor.
Wenn ein Unternehmen entscheidet, einen Teil seiner Mitarbeitenden zu entlassen, ist dies für die betroffenen Personen gravierend. Der konstruktive Dialog zwischen der BSI und den Angestelltenvertretern ermöglichte, die wirtschaftlichen Folgen für die gekündigten Angestellten zu reduzieren und ihnen Unterstützung bei der Stellensuche zuzusichern. Der Dialog funktioniert nur, wenn die Partner den Nutzen der Sozialpartnerschaft gegenseitig anerkennen.
Hier hat die Sozialpartnerschaft ihren Beitrag geleistet.
Matteo Gianini