News

Der Schweizerische Bankpersonalverband fordert fixe und transparente Sozialpläne für alle

12. Juni 2026 | Hervorgehoben, Künstliche Intelligenz, SBPV

KI

Die Arbeitslosenquote im Bankensektor liegt auf dem Niveau der Finanzkrise 2010. An seiner DV vom 12. Juni 2026 verabschiedete der Schweizerische Bankpersonalverband (SBPV) eine Resolution mit klaren Forderungen: fixe und transparente Sozialpläne für alle Bankangestellten in der Schweiz. Die UBS soll ihren Sozialplan ohne Abstriche verlängern und ein verbindliches Bekenntnis zum Standort Schweiz abgeben. Zudem wurde eine neue Studie zu den Auswirkungen von Künstlicher Intelligenz auf Bankmitarbeitende vorgestellt – ein weiterer Beleg für den wachsenden Handlungsdruck.

Die Resolution des Bankpersonalverbands richtet sich an alle Schweizer Banken. Der SBPV fordert flächendeckend branchenübliche und transparente Sozialpläne. Diese müssen unabhängig von geplanten Massenentlassungen gelten. Aktuell sind bei einzelnen Instituten die Abgangsbedingungen bei wirtschaftlich begründeten Entlassungen weder fair noch transparent kommuniziert.

UBS steht in besonderer Verantwortung

Als grössten Arbeitgeber der Branche nimmt der SBPV die UBS besonders in die Pflicht. Der Ende 2026 auslaufende Sozialplan muss ohne Abstriche verlängert werden. Darüber hinaus verlangt der SBPV ein klares Bekenntnis zum Hauptsitz Schweiz und zur langfristigen Sicherung der über 30’000 Arbeitsplätze in der Schweiz.

Wir erwarten von der UBS-Spitze ein klares und verbindliches Bekenntnis zum Hauptsitz Schweiz sowie zur langfristigen Sicherung der hier ansässigen Arbeitsplätze.

— Michael von Felten, Präsident SBPV

KI verändert den Bankalltag – Banken sind gefordert

An der DV wurde eine neue Studie der Hochschule Luzern vorgestellt, die im Auftrag des SBPV die Auswirkungen von Künstlicher Intelligenz auf Bankmitarbeitende untersucht. Die Studie zeigt: KI führt zu einer tiefgreifenden Transformation von Arbeitsinhalten mit zunehmender Arbeitsintensivierung und veränderten Kompetenzanforderungen. Der SBPV erwartet von den Banken, dass sie diesen Wandel proaktiv gestalten: mit offener Kommunikation, gezielten Aus- und Weiterbildungsmassnahmen und einem klaren Bekenntnis dazu, dass Mitarbeitende im Mittelpunkt der Transformation stehen.

Bundesrat blendet fahrlässig 120’000 Arbeitsplätze aus

Auf Bundesebene läuft derzeit die Debatte über die Bankengesetzrevision. Der SBPV kritisiert, dass der Bundesrat dabei die Folgen für den Schweizer Arbeitsmarkt völlig ausblendet. Das ist unverantwortlich: Die UBS ist als grösste Schweizer Bank zentrale Infrastruktur für die meisten Regional- und Kantonalbanken und damit für die gesamte KMU-Wirtschaft. Eine Regulierung, die eine Übernahme der UBS oder eine Verlagerung des Hauptsitzes ins Ausland zur Folge hätte, würde Dominoeffekte weit über die Grossbank hinaus auslösen – mit massiven volkswirtschaftlichen Schäden und dem Verlust zehntausender Arbeitsplätze. Der SBPV fordert Bundesrat und Parlament auf, einen pragmatischen Kompromiss zu suchen, der Finanzstabilität und Arbeitsplätze gleichermassen sichert.

Wir setzen uns für einen pragmatischen Kompromiss bei der Bankenregulierung ein, der die notwendige Stabilität des Finanzplatzes garantiert, ohne die Sicherheit der Arbeitsplätze und die Attraktivität des Standorts zu gefährden.

— Natalia Ferrara, Vizepräsidentin SBPV

Die vollständige Resolution sowie die Studie «Wie sich Künstliche Intelligenz auf Bankmitarbeitende auswirkt» der Hochschule Luzern finden Sie hier.

Collage Vorstand 2025