Ehrliche Bankangestellte in der Schweiz

19. November 2014

Der Schweizerische Bankpersonalverband SBPV hat mit Empörung die Resultate der Studie in der Zeitschrift Nature über die Kultur in den Banken zur Kenntnis genommen. Darin wird behauptet, dass die Bankangestellten unehrlich seien. Der SBPV stemmt sich vehement gegen diese Pauschalisierungen. Aus seiner fast hundertjährigen Erfahrung weiss der SBPV, dass die Schweizer Bankangestellten ehrliche und hart arbeitende Menschen sind, die qualitativ hochwertige Leistungen für ihre Kunden erbringen um deren Bedürfnisse zu befriedigen.
Auf Nachfrage bei den Verantwortlichen der Studie konnte dem SBPV nicht bestätigt werden, ob und welche Schweizer Banken Gegenstand der Untersuchung waren. Deshalb bezweifelt der SBPV die generelle Gültigkeit der Aussagen der Untersuchung für die Banken in der Schweiz.
Die erwähnte Untersuchung ist eine internationale Studie, die sich auf internationale Banken fokussiert. Der Finanzplatz in der Schweiz ist diversifiziert und beheimatet neben international tätige Grossbanken, auch Kantonalbanken, Regionalbanken sowie Genossenschaftsbanken. Diese Branchenstruktur und ihre Kulturelle Vielfalt wurden in der Untersuchung in keiner Weise berücksichtigt, deshalb können deren Resultate nicht auf die Schweiz übertragen werden.
Die Untersuchung wiederspeigelt nurdie herrschende angelsächsische Bankkultur im Ausland. Diese hat sich seit den neunziger Jahren in den grossen internationalen Banken verbreitet. Dass diese Kultur des Geschäftemachens gescheitert ist, zeigt uns die Finanzkrise von 2008. Dieser Kultur, die sich durch ihre falschen Anreizmodelle mit überrissenen Boni und undurchsichtigen relative Beurteilung (forced ranking) kennzeichnet, soll ein Riegel geschoben werden, weil sie dem Schweizer Finanzplatz nachhaltig schadet. Der SBPV setzt sich für eine Kultur in den Banken ein, die Grundwerte vertritt, welche sich aus der langen Tradition des Schweizer Finanzwesens entwickelt haben: Kundenorientierung, sowie qualitativ hochwertige Dienstleistungen für Private und die Wirtschaft. Der Bankangestellt ist in diesem Zusammenhang der wichtigste Leistungserbringer und soll entsprechend behandelt werden. Es ist die Aufgabe der Bankleitungen diese Werte vorzuleben.
Die Finma und die Behörden haben die Pflicht, diese Kultur zu fördern. Das Finanzdienstleistunsgesetz FIDLEG, zudem sich der SBPV geäussert hat, sollte ebenfalls dazu beitragen, diese Kultur in den Banken zu fördern.
 
Bern, 19. November 2014

Für Rückfragen:

Denise CHERVET, Geschäftsführerin Schweizerischer Bankpersonalverband SBPV, Telefon 079 408 92 40, denise.chervet@sbpv.ch>