Ermutigende Perspektiven für ältere Arbeitskräfte

In keinem anderen Zeitalter gab es so viele technologische Entdeckungen und Innovationen mit so wichtigen Auswirkungen auf die Arbeitswelt und das Privatleben. Für junge Menschen, die sozusagen mit einem Smartphone in der Hand aufgewachsen sind, ist die ständige Anpassung an neue Programme und neue Arbeitsmethoden relativ einfach, für ältere Arbeitskräfte (ab 40 Jahren oder noch früher) ist es eine andere Sache. Denn die Ausbildungsbudgets der Unternehmen reichen oft nicht aus, um den Lern- und Aktualisierungsbedarf abzudecken. Zudem haben die Angestellten oft wenig Zeit für die Ausbildung zwischen den zu erreichenden Zielen, den zu pflegenden Netzwerken, dem zu erhaltenden Familienleben und dem Sport, der Kultur usw. Die kürzlich angekündigten Massnahmen des Bundesrates sind daher zeitgerecht.

Der SBPV begrüsst insbesondere die Möglichkeit, dass Personen über 40 Jahren die Möglichkeit geboten wird, die kostenlose Berufs-, Studien– und Laufbahnberatung (BSLB) für Situationsanalysen und Potenzialanalysen zu nutzen. Diese Massnahmen werden nach einer Pilotstudie in einigen Kantonen zwischen 2021 und 2024 umgesetzt. Die Sozialpartner der Finanzbranche wiederum haben nicht auf diese Entscheidung gewartet, um Massnahmen zu ergreifen, welche den Bankmitarbeitenden die Möglichkeit geben, ihre Kompetenz zu beurteilen und gegebenenfalls identifizierte Lücken zu schliessen. Dies war das Hauptthema der Gesamtarbeitsvertragsverhandlungen Anfang Mai dieses Jahres. 

Der Bundesrat hat auch die Arbeitslosen über 60 Jahre nicht vergessen. Sie werden von zwei positiven Massnahmen profitieren: 

– Sie können innerhalb von zwei Jahren durch Beschluss des zuständigen Personalberaters für maximal 260 Tage an Ausbildungs- und Beschäftigungsmassnahmen teilnehmen. Aktuell haben sie am Ende ihrer Karriere diese Rechte nicht mehr.  

– Eine Übergangsrente, die unter bestimmten Vermögensbedingungen (Vermögen von weniger als CHF 100’000 für eine Einzelperson, 200’000 für ein Paar, ohne Wohnsitz) und Einkommen gezahlt wird. Diese Massnahmen müssen noch im Gesetz präzisiert werden. 

Der SBPV begrüsst diese Massnahmen, die die Lage der älteren Arbeitslosen etwas entspannen werden. Es wird jedoch noch einige Monate und in einigen Fällen einige Jahre dauern, bis sie in Kraft treten und wir ihre Auswirkungen auf das Bankpersonal beurteilen können. Wir verfolgen dieses Dossier aufmerksam, um in die Vernehmlassungsverfahren einzugreifen.

Faktenblatt: Massnahmen zur Förderung des inländischen Arbeitskräftepotenzials