Es reicht! – Lohngleichheit. Punkt. Schluss

Am 22. September 2018 war in Bern einiges los. 20'000 Demonstrantinnen und Demonstranten pilgerten aus der ganzen Schweiz in die Bundeshauptstadt, um ein starkes Zeichen gegen die Lohndiskriminierung von Frauen zu setzen. Auch der SBPV war mit dabei.

Raus auf die Strasse!

1'133 CHF – so viel verdienen Frauen im Finanzsektor gemäss dem Bundesamt für Statistik ohne erfindlichen Grund weniger als ihre männlichen Kollegen. Eine Zahl die bewegt, aber die leider auch keine Ausnahme darstellt. Denn von einer anhaltenden Lohndiskriminierung sind Frauen in allen Branchen betroffen. Seit 30 Jahren warten sie darauf, dass die geforderte Lohngleichheit endlich umgesetzt wird.

Um der Forderung ein erneutes Mal zusätzlich Gewicht zu geben, organisierte ein breites Bündnis die Lohngleichheitsdemonstration in Bern. Rund 15 Personen des Schweizerischen Bankpersonalverbandes beteiligten sich mit eigenem Banner an der Demonstration und vermittelten der Öffentlichkeit, dass auch der SBPV für die Lohngleichheit zwischen Männern und Frauen einsteht und dies aktiv einfordert.

Ein enttäuschendes «Ja» des Nationalrates

Offenbar waren auch unsere Nationalrätinnen und Nationalräte von der Demonstration beeindruckt. Denn drei Tag später nahmen sie das Gleichstellungsgesetz an, welches vom Bundesrat vorgeschlagen wurde. Dabei werden Unternehmen verpflichtet, alle 4 Jahre eine Lohnumfrage durchzuführen, damit überprüft werden kann, ob bei Ihnen Lohndiskriminierung vorherrscht.

Eigentlich ein grosser Erfolg. Leider aber hat das Gesetz alle Zähne verloren. Denn es werden nur Unternehmen zu Lohnumfragen verpflichtet, die 100 Vollzeitstellen oder mehr haben, und nicht wie vom Bundesrat vorgeschlagen 50 Personen. Teilzeitarbeitende werden folglich nicht mehr als vollwertige Arbeitnehmende betrachtet. Auch wurde eine sogenannte «Sunset-Klausel» verabschiedet, welche sagt, dass das Gesetz nach 12 Jahren automatisch gestrichen wird.

Noch ist nichts verloren

Bekannterweise braucht der parlamentarische Prozess seine Zeit. Das Gesetz geht nun vorerst mal zurück an den Ständerat. Dort können erneut Änderungen vorgenommen werden. Der SBPV fordert mehr denn je, dass drastische Verbesserungen vorgenommen werden, denn zusammen mit 20'000 Demonstrantinnen und Demonstranten und unzähligen Frauen erwarten wir Resultate!