Das SBPV-Mobil «Giro 2018» ist seit dem 3. Mai unterwegs und hat bereits an etlichen Bankstandorten in der Deutschschweiz Halt gemacht. Nun geht das Mobil in die Sommerpause, bevor es im Herbst dann noch in Basel und anschliessend in der Suisse Romande und im Tessin unsere Mitglieder und künftigen neuen Mitglieder besucht.  Zeit für eine kleine Zwischenbilanz mit André Marty, Campaigner SBPV. 

Interview: Flavien Allenspach
Foto: movevent 

Interview zum Giro-Mobil

Giro-Mobil im Einsatz

Welches Ziel verfolgt der SBPV mit dem Giro-Mobil?

Der SBPV hat sich zu seinem 100 Jahr Jubiläum eine Mission gestellt. Raus aus dem Büro – hin zu den Leuten. Das versuchen wir mit dem Jubiläumsmobil «Giro 2018» umzusetzen. Es geht darum als Verband vor Ort präsent zu sein, sich mit den Bankangestellten auszutauschen und ihnen den SBPV näher zu bringen. 

Wie ist der Giro 2018 konzipiert, was bietet der SBPV dem Bankpersonal?

Wir haben ein vielfältiges Angebot zusammengestellt. Die Mitarbeitenden können auf eine gratis Nackenmassage vorbeikommen, versuchen am Wettbewerb Gold zu gewinnen, sich von uns über den SBPV aufklären lassen oder sich einfach mit Früchten und einem Caffè Freddo eindecken.  

Wie kommt die Aktion beim Bankpersonal an?

Das bisherige Feedback ist sehr gut. Im ersten Moment halten die Bankangestellten eine gewisse Distanz. Sobald sie aber von uns angesprochen werden, entstehen spannende Gespräche und unser Angebot wird rege genutzt. 

Du warst praktisch bei jedem bisherigen Standort dabei: Was hat dich bisher am meistengefreut/beeindruckt?

Die Reaktionen der Bankmitarbeitenden. Es gibt kaum negative Rückmeldungen. Klar gibt es immer Personen, die uns ignorieren aber die grosse Mehrheit zeigt ein grosses Interesse am SBPV und an unserer Arbeit. Viele berichten von Situationen und Problemen, die sie selbst, ein Arbeitskollege oder eine Arbeitskollegin erlebt haben. Im direkten Gespräch können wir dann den Betroffenen aufzeigen, was der SBPV in solchen Situationen unternehmen kann. In praktisch allen Fällen spürt man das Interesse und die Unterstützung der Bankmitarbeitenden.

Kannst du ein Beispiel nennen? 

Besonders eindrücklich war ein Gespräch mit zwei älteren Damen, die von ihrer Bank vor die Wahl gestellt wurden: selber künden, gekündet werden oder in die Frühpension gehen. Beide konnten die Konsequenzen der verschiedenen Optionen nicht wirklich abschätzen und waren mit der Situation überfordert. Ich habe ihnen im Schnelldurchlauf erklärt, wie sich die Optionen unterscheiden, welche Rechte sie haben und was die Möglichkeiten des SBPV in solch einem Fall sind. Ob die Zwei Mitglieder des SBPV geworden sind kann ich leider nicht sagen. Aber auf jeden Fall kennen sie nun den SBPV und wissen, dass wir bei solchen Problemen weiterhelfen können.  

Mit dem Wettbewerbstalon wird auch erhoben, wo der Schuh drückt. Was plagt dieAngestellten in der Finanzbranche denn aktuell am meisten?

Klarer Spitzenreiter ist die Digitalisierung und alle damit verbunden Probleme, wie Outsourcing, Arbeitsplatzsicherheit oder das Gefühl im Alter nicht mithalten zu können. Auch oft genannt werden der Lohn, Stellenabbau und die steigende Arbeitslast. Die Probleme der Bankangestellten sind sehr vielfältig. Insgesamt wurden rund 50 verschiedene Themen angegeben, die die Angestellten aus dem Finanzsektor beschäftigen.   

Giro macht Sommerpause und ist dann ab August wieder unterwegs. Wohin geht die Reise weiter?

Nachdem wir in den letzten 5 Wochen ausschliesslich in der Deutschschweiz unterwegs waren, besuchen wir Ende August und Anfangs September die Westschweiz und das Tessin. Das Mobil wird unteranderem in Genf, Lausanne und Lugano halt machen. Aber auch Basel wird noch besucht.