Graubündner Kantonalbank bezahlt Familienzulagen für alle

Der SBPV kämpft seit Jahren für eine Gleichbehandlung aller Bankangestellten mit Familienpflichten, die der Vereinbarung über die Anstellungsbedingungen der Bankangestellten (VAB) unterstellt sind. Umso erfreuter sind wir, wenn eine Bank, die sich nicht der VAB unterstellt hat, ihre Praxis beim Anspruch auf Familienzulagen durch das Engagement der Personalkommission verbessert.

Gleichbehandlung aller Bankangestellten mit Familienpflichten

Der SBPV kämpft seit Jahren für eine Gleichbehandlung aller Bankangestellten mit Familienpflichten, die der VAB unterstellt sind – die Arbeitgeber sperren sich leider kategorisch gegen diese Forderung.

Auch Banken, die der VAB nicht unterstehen, bezahlen teilweise solche freiwilligen Familienzulagen. Dies ist namentlich bei einigen Kantonalbanken der Fall. Und auch bei diesen Banken stellt sich die Frage der Ungleichbehandlung von Angestellten je nach Anspruch auf kantonale Kinderzulagen.

Bemerkenswert ist nun, dass ausgerechnet eine Bank, die der VAB nicht untersteht, nämlich die Graubündner Kantonalbank (GKB), seit Neuestem ihre Praxis geändert hat:

Unabhängig von der Berechtigung zu kantonalen Kinderzulagen wird die bankeigene Familienzulage nun allen Bankangestellten mit Kindern ausbezahlt – mit der Einschränkung, dass pro Familie nur eine derartige Zulage bezahlt wird, ob von der GKB oder von einem anderen Arbeitgeber. Diese erfreuliche Änderung ist nicht zuletzt dem Engagement der Personalkommission der GKB zu verdanken.

Gemäss Art. 27 der Vereinbarung über die Anstellungsbedingungen der Bankangestellten (VAB) haben Bankangestellte mit Kindern das Recht auf eine Familienzulage. Diese beträgt unabhängig von der Anzahl Kinder für Vollzeitangestellte 250 CHF pro Monat, für Teilzeitangestellte den entsprechenden Bruchteil. Diese Zulage wird allerdings nur ausgerichtet, wenn auch Anspruch auf die kantonale Kinderzulage besteht. Hat also der andere Elternteil beziehungsweise die Ehepartnerin oder der Ehepartner diesen Anspruch, und arbeitet dieser nicht bei einer Bank, geht der / die betreffende Bankangestellte und damit eine ganze Familie leer aus. Dies führt nicht nur zu einer Ungleichbehandlung von Arbeitskolleginnen und -kollegen, die sich eigentlich in derselben familiären Situation befinden – häufig zu Lasten der Frauen, die als geringer Verdienende besonders oft keinen Anspruch auf kantonale Kinderzulagen haben. Es kann auch zu grotesken Situationen kommen, wenn infolge eines Umzugs in einen anderen Kanton oder des Stellenwechsels der Partnerin oder des Partners der Anspruch auf kantonale Kinderzulagen plötzlich und ohne jedes Verschulden verloren geht.

VAB Art. 27
Die Bank richtet den Angestellten eine Familienzulage aus, deren Höhe von den Sozialpartnern bestimmt wird. Anspruchsberechtigt sind Angestellte, welche für nach dem 1. Januar 1993 geborene Kinder entsprechend der kantonalen Gesetzgebung bzw. Art. 28 VAB Kinder- bzw. Ausbildungszulagen beziehen. Die Familienzulage wird so lange ausbezahlt, wie diese Kinderzulage bezogen wird. Wird den Angestellten die Kinderzulage nur teilweise ausgerichtet, so wird die Familienzulage entsprechend gekürzt. Teilzeitangestellte erhalten sie im Verhältnis zum vertraglich festgelegten Beschäftigungsgrad.