HSBC verhandelt Sozialplan mit Personalverband

8. Juni 2015

HSBC Private Bank (Suisse) SA und der Schweizerische Bankenpersonalverband (SBPV) haben am Dienstag, 4. Juni 2015 einen Sozialplan unterschrieben, welcher die Konditionen im Falle von wirtschaftlichen Kündigungen definiert. Die Verhandlungen erstreckten sich über mehrere Monate, wobei die Hauptversammlungen der HSBC Mitarbeiterschaft von letztem Mai in Zürich und Genf, die Verhandlungsresultate schliesslich einstimming guthiessen. Aufgrund der Verhandlungen konnten die von der Bank in den letzten Jahren gewährten Kündigungs- und Abgangsbedingungn zu Gunsten der Mitarbeiterschaft insgesamt herheblich verbessert werden.
Nach Bekanntwerden von möglichen Reorganisationsmassnahmen innerhalb der HSBC Private Bank (Suisse) SA, welche zwangsläufig einen Stellenabbau nach sich ziehen würden, hat die HSBC Arbeitnehmerschaft den SBPV im Februar 2015 zur Verhandlung eines Sozialplanes mit der Bankendirektion beauftragt. Ziel des Sozialplanes sollte sein, die Kündigungs- und Abgangsbedingungen imFalle einer Entlassung aus wirtschaftlichen Gründen seitens der Bank zu definieren und angemessene Entschädigungen auszuhandeln. Eine von der Personalversammlung designierte Mitarbeiterdelegation unterstütze den SBPV dabei aktiv in seinen Verhandlungen.
Die Verhandlungen waren hart aber konstruktiv und waren von gegenseitigem Respekt geprägt. Primäres Ziel beider Verhandlungsparteien war eine kompatible Lösung für die gegensätzlichen Sozialforderungen zu finden. Besonderes Augenmerk waren dabei Ansätze, welche auf eine Reduktion von reinen Entlassungen und stattdessen auf eine Förderung von flexiblen Modellen setzte, wie zum Beispiel einer Reduktion des Beschäftigungsgrades oder einer freiwilligen Arbeitsaufgabe unter Vorzugskonditionen. Das verhandelte Konzept der Abgangsentschädigungen beschränkt sich so auch nicht nur auf die Anzahl Dienstjahre, sondern berücksichtigt auch die jeweilige familiäre Situation der Betroffenen. Des Weiteren sieht der Sozialplan ein Beratungs- /und Vermittlungsprogramm bei der zukünftigen Stellensuche im Falle einer Kündigung vor (“outplacement“). Arbeitnehmer-/Innen über 58 Jahre werden zudem von einer Frühpensionierung profitieren, inklusive eines attraktiven Ausgleichs, welcher auch einen Einkauf in die Pensionskasse vorsieht (abhängig von Alter und geleisteten Dienstjahren). Schliesslich ist eine paritätische Kommission vorgesehen, welche die Sozialplanimplementierung überwacht.
Die Verhandlungen wurden unter der Aegide des schweizerischen Obligationenrechts geführt, welches neu zwingend Sozialplanverhandlungen vorsieht, wenn ein Unternehmen mit mehr als 250 Arbeitnehmern mehr als 30 Stellen zu streichen plant. Des Weiteren demonstrieren die Verhandlungesresultate, dass die Sozialpartner – in Annhame ihrer gesellschaftlichen Verpflichtung und in Treu und Glauben – fähig sind, kompatible und angemessene Lösungen für alle Betroffenen zu finden. Die einhelligen Abstimmungsresultate sowie das der SBPV und Delegierten entgegengebrachte Wohlwollen anlässlich der HSBC Personalversammlungen vom 20. Mai 2015 in Zürich und 21. Mai 2015 in Genf haben dies dann auch bestätigt. Der verhandelte Sozialplan wurde sowohl von Bankenseite als auch seitens SBPV genehmigt und stellt ein bemerkenswertes Resultat auf dem Bankenplatz Schweiz dar.
Kontakt
Denise Chervet, Geschäftsführerin, Schweizerischer Bankpersonalverband SBPV, 079 40 892 40, denise.chervet@sbpv.ch>