Erfolg für zwei gekündigte Mütter

Rebekka Theiler, MLaw, Regionalverantwortliche SBPV

Ein Mutterschaftsurlaub dient dazu, dass die Mutter in diesen ersten Monaten entlastet wird und sich um ihr neugeborenes Kind kümmern kann. Der folgende Fall zeigt jedoch, dass sich Mütter auch heute noch für ihre Rechte einsetzen müssen – und zwar auch während dem Mutterschaftsurlaub. Es ist nicht selbstverständlich, dass eine Mutter während dieser Zeit genügend Nerven hat um sich auf eine solche Auseinandersetzung einzulassen und daher ist es wichtig, dass solche Fälle bekannt werden.

Der SBPV musste in diesem Jahr gleich zwei Frauen unterstützen, denen bereits während der Schwangerschaft mitgeteilt wurde, dass man ihnen nach dem Mutterschaftsurlaub kündigen werde. Zudem informierte man die beiden Frauen auch darüber, dass dadurch der reglementarische Anspruch am verlängerten Mutterschaftsurlaub nicht mehr bestehe und dass sie beide bereits nach 14 Wochen wieder zurück am Arbeitsplatz erwartet werden. Damit wurde der Druck auf die Mütter erhöht und man erwartete wohl, dass die beiden Frauen von sich aus kündigen und sodann nur noch während 14 Wochen Mutterschaftsentschädigung beziehen.

Das liessen sich die beiden Frauen jedoch zum Glück nicht gefallen und wandten sich an den SBPV. Nachdem der Arbeitgeber sowie dessen Anwälte gegenüber dem SBPV keine Gesprächsbereitschaft zeigten, wurden die beiden Fälle von einer Vertrauensanwältin vor die Schlichtungsbehörde gebracht. Die Schlichtungsbehörde entschied einstimmig, dass es sich um eine diskriminierende oder zumindest missbräuchliche Kündigung handle und der Arbeitgeber mindestens 2 Monatslöhne Entschädigung bezahlen müsse. Zudem wurde den beiden Frauen zugestanden, dass sie während dem Mutterschaftsurlaub wie auch der ordentlichen Kündigungsfrist den vollen Lohn erhielten und zudem freigestellt wurden.

Einziger Wermutstropfen ist, dass die beiden Frauen nach dieser Auseinandersetzung nicht mehr zurück an den Arbeitsplatz konnten und letztendlich auch nicht mehr wollten.