Kein Sozialplan für die Angestellten der Bank Frey trotz Massenentlassungen

9. Dezember 2013

Am 18. Oktober wurde bekannt, dass die Bank Frey mit Sitz in Zürich ihre Banktätigkeit per Ende 2013 aufgibt. Als Hauptgrund wird der Steuerstreit mit den USA angegeben. In der Folge wurde bereits eine Mehrheit der insgesamt 35 Angestellten entlassen – ohne Sozialplan.
Nach eigenen Angaben ist die Bank finanziell gesund. Zudem untersteht sie der Vereinbarung über die Anstellungsbedingungen der Bankangestellten (VAB). Ein Sozialplan zur Milderung der Folgen für die entlassenen Angestellten wäre somit die logische Konsequenz gewesen, zumal die Angestellten nicht für die Strategie der Bank verantwortlich gemacht werden können, deren Konsequenzen sie aber tragen müssen. Die Angestellten verlieren ihre Stelle und manche von ihnen müssen sogar befürchten, dass sich die Geschäfte der Bank Frey mit US-Kunden negativ auf ihre Stellensuche auswirken könnte.
Bedauerlicherweise ist sich die Bank Frey ihrer sozialen Verantwortung nicht bewusst. Sie sieht offenbar keine Notwendigkeit, für ihre Angestellten einen fairen Sozialplan mit dem SBPV als legitimierter Sozialpartner zu verhandeln, wie dies die VAB vorsieht. Trotz vorhandener finanzieller Mittel.
Die Bank Frey hatte ihren Mitarbeitenden als Reaktion auf deren Forderungen nur ein einziges Angebot unterbreitet. Dieses wurde von den Angestellten als ungenügend bewertet und abgelehnt. Die Bank liess sich daraufhin auf keine Kompromisse ein. Sie zog es vor, ihren Angestellten noch während die Sozialplanverhandlungen liefen, individuelle Vereinbarungen zu unterbreiten. Im Gegensatz zu einem Sozialplan sind diese nicht transparent, gewährleisten keine Gleichbehandlung und sie sind nicht verhandelbar. Zudem waren die unterbreiteten Angebote in keiner Weise grosszügig.
Bedauerlicherweise besteht seitens der Bank Frey kein Interesse an einer gelebten Sozialpartnerschaft, wie sie in der Schweiz als Erfolgsmodell propagiert wird. Darunter leidet nicht nur der Schweizer Finanzplatz, sondern vor allem die Bankangestellten, deren legitime Interessen nicht gehört werden. Sie werden von Seiten der Bank in dieser schwierigen Situation im Stich gelassen werden.
Bern, 9. Dezember 2013

Für Rückfragen:

Sabina GASSER, Regionalleiterin SBPV Zürich,
Telefon 044 201 24 21, sabina.gasser@sbpv.ch>

Denise CHERVET, Geschäftsführerin SBPV,
Telefon 079 408 92 40, denise.chervet@sbpv.ch>