Lohnumfrage unter Bankern

11. Juni 2015

Bereits zum vierten Mal hat der Schweizerische Bankpersonalverband SBPV nach 2010, 2011 und 2013 im Frühling dieses Jahres eine Lohnumfrage bei den Bankangestellten durchgeführt. Die Auswertung zeigt: Gegenüber der letzten Umfrage stagnierten die Fixlöhne. Die Boni stiegen, wurden aber auf weniger Personen verteilt. Auch die Lohnzufriedenheit nahm zu. Und viele Bankangestellte sind mit ihrer Arbeit zufrieden. Doch Achtung: Viele befürchten, ausgebrannt zu werden oder können sich in der Freizeit nicht mehr richtig erholen.
Löhne und Boni geraten unter Druck – teilweise
Die Fixlöhne veränderten sich in den letzten sechs Jahren nicht sehr stark: Seit 2013 stagnierte der Medianlohn bei CHF 100’000. Der Durchschnittslohn sank sogar. Und mit 21 Prozent ist der Anteil der Personen mit einemLohn unter CHF 70‘000 nach wie vor hoch. Er stieg gegenüber 2013 sogar um 2 Prozent.

In allen Funktionen sank der Medianlohn gegenüber der letzten Umfrage. Nur auf Stufe «Direktion» (Angestellte, die den Titel Direktor haben, nicht aber Mitglieder der Generaldirektion sind) kann eine leichte Erhöhung der Löhne festgestellt werden. 65 Prozent der Befragten bekamen im letzten Jahr keine Lohnerhöhung.

Medianlohn

Im Vergleich zur letzten Umfrage erhielten 2015 nur noch 68 Prozent der Angestellten einen Bonus. Ein Rückgang von 14 Prozent. In diesem Jahr wurden aber wieder höhere Boni ausbezahlt, insbesondere bei den hohen Lohnkategorien und bei Männern. Sie haben erneut das Niveau von 2011 erreicht. Nicht korrigiert wurden die Boni-Unterschiede zwischen Frau und Mann. Und auf Stufe «Direktion» ist der Unterschied zwischen Frau und Mann weiter gestiegen.

Bonus Median

Lohnzufriedenheit nimmt wieder zu
Die Lohnzufriedenheit nimmt trotzt Stagnation der Löhne generell zu. Direktoren sind indes zufriedener als Angestellte in anderen Funktionsstufen. Die Zufriedenheit hängt nicht mit der Höhe des Bonus zusammen. Bei den Kantonalbanken wird die Zufriedenheit höher eingestuft als in den Auslandbanken – trotz tieferer Boni. 58 Prozent der Angestellten der Kantonalbanken sind mit ihren Boni (Median CHF 10‘000) zufrieden. In Auslandbanken sind es nur gerade 36 Prozent.

Sowohl Frauen wie auch Männer sind mit ihrem Fixlohn und Bonus zufriedener als in den Jahren zuvor. Frauen sind jedoch deutlich unzufriedener als Männer. Bei den Frauen sind es 49, bei den Männern nur 40 Prozent. Der Unterschied könnte mit dem diffusen Gefühl der Lohndiskrimination bei Frauen erklärt werden. 

Mit der Arbeit sind 67 Prozent der Bankangestellten zufrieden oder sogar begeistert. Diese Zufriedenheit darf nicht darüber hinwegtäuschen, dass 41 Prozent der Angestellten sich selber in Gefahr sehen, ausgebrannt zu werden. Und 30 Prozent der Angestellten können sich in ihrer arbeitsfreien Zeit nicht von Ihrer Arbeit erholen. Diese Entwicklung gibt zu denken. Sie zeigt auf, wie wichtig ein faires Arbeitszeitmanagement zu Gunsten der Bankangestellten ist, um präventiv dem «ausgebrannt sein» entgegenzuwirken.

Restrukturierungsmassnahmen wirken sich aus auf Personalstruktur
Der Anteil der Teilnehmenden an der Umfrage aus dem Backoffice ist seit der letzten Umfrage um 5 auf 13 Prozent gesunken. Wir vermuten einen Zusammenhang mit den Restrukturierungsmassnahmen der Banken. Mitglieder aus Gross- und Kleinbanken nahmen wegen anstehender Restrukturierungen in den letzten Monaten Kontakt auf mit dem SBPV. Das Backoffice war jeweils am stärksten von den Restrukturierungsmassnahmen betroffen.

Resultate der Lohnumfrage 2015>

Bern, 15. Juni 2015

Für Rückfragen:

Denise CHERVET, Geschäftsführerin Schweizerischer Bankpersonalverband SBPV, Tel. 079 408 92 40, denise.chervet@sbpv.ch>

Erreichbar am 15.06.2015 von 8 – 13.30 Uhr