Lohnverhandlungen in den Banken: Der SBPV empfiehlt eine Erhöhung von 1 bis 1,5%, strukturelle Erhöhungen nicht miteingeschlossen

23. September 2014

Im Herbst bereiten sich alle Personalkommissionen (Peko) in der Schweiz auf die jährlichen Lohnverhandlungen vor. Auch in den Banken. Der SBPV empfiehlt nach Absprache mit den Peko-Vertretern eine Lohnerhöhung von 1 bis 1,5% je nach Banksituation. Die Erhöhung darf keine strukturellen Erhöhungen beinhalten. Diese sind nicht Gegenstand der Verhandlungen, sondern hängen von der Personalpolitik der Bank ab. Der strukturelle Teil der Erhöhung der Lohnmasse variiert je nach Unternehmen zwischen 0,5 und 1%. Generelle Lohnerhöhungen sind erwünscht. Es sollten aber mindestens 75% des Personals davon profitieren.
Die Peko-Präsidenten haben am 18. September 2014 an der Peko-Tagung über die Lohnerhöhungen diskutiert. Sie stellten fest, dass der Mehrwert der Banken seit 2012 am Steigen ist und der Geschäftsgang im ersten Semester 2014 besonders in den Kantonal- und Raiffeisenbanken gut ist. Auch sind laut Umfrage der Konjunkturforschungsstelle KOF die Prognosen für den Finanzsektor für die nächsten sechs Monate im Allgemeinen leicht besser. Diese Informationen relativieren das sehr schlechte Klima, das in den Banken herrscht. Dieses leidet unter den regulatorischen Anforderungen und den verringerten Gewinnspannen bei Finanztransaktionen und beim Hypothekargeschäft.
Die Peko-Präsidenten berücksichtigten all diese Faktoren und erachten eine Lohnerhöhung zwischen 1 und 1,5% als angemessen und notwendig. Sie bestehen jedoch darauf, dass strukturelle Lohnerhöhungen nicht in dieser Forderung miteingeschlossen werden. Diese hängen nämlich von der Personalpolitik ab und stehen in direktem Zusammenhang damit. Sie sind nicht Bestandteil der Lohnverhandlungen.
Die Peko-Präsidenten bemerkten, dass generelle Lohnerhöhungen in den Banken aktuell nicht zur Diskussion stehen, trotz der Vorteile, die solche Erhöhungen bezüglich Mitarbeitermotivation mit sich bringen würden. Sie erwarten indes ein Entgegenkommen der Direktionen: Mindestens 75% des Personal sollen von der Erhöhung der Lohnmasse profitieren.
In den Banken werden Löhne meist individuell verhandelt. Deshalb organisiert der SBPV hierzu eine Veranstaltung: Teilnehmende lernen, wie solche Verhandlungen erfolgreich geführt werden. Der SBPV will Bankangestellte ermutigen, sich diese Herausforderung zu stellen, und wünscht sich so, die aktuelle Situation zu verbessern. Aktuell entscheidet der Arbeitgeber nämlich frei und eigenständig über nicht verhandelte Kriterien. Meist herrscht über die Verteilung der Lohnerhöhungen Intransparenz. Die Veranstaltung findet zum ersten Mal am 30. Oktober in Zürich statt. Je nach Interesse und Nachfrage wird der Kurs in Zukunft auch in der Westschweiz, im Tessin oder in anderen Regionen durchgeführt werden.