Lohnverhandlungen in den Banken – Tipps für das Mitarbeitergespräch

6. Dezember 2013

Das Resultat der diesjährigen Lohnverhandlungen ist eine Lohnerhöhung von 0.75 bis 1.00%. Der SBPV hatte eine Lohnerhöhung von 1.50 bis 2.00% empfohlen. Die Lohnerhöhungen werden aufgrund verschiedener Kriterien wie z.B. Leistung und Beförderung individuell verteilt werden.
In den letzten Jahren haben einige Banken sich darauf konzentriert, die Löhne auf den tiefsten Lohnstufen zu erhöhen sowie den Lohnunterschied zwischen Mann und Frau zu beseitigen. Trotz diesen Anstrengungen bleiben die Lohnunterschiede in den Banken am grössten. Der Grund dafür sind die intransparenten Boni. Diese kommen vor allem den höheren Lohnstufen zu Gute und sind nie Teil der Lohnverhandlungen. Die Verantwortung über die Vergabe und Höhe der Boni liegt einzig in der Kompetenz der verantwortlichen Banken.
Die Minder-Initiative, die am 1. Januar 2014 in Kraft tritt, hat keine Auswirkungen auf die Vergütung der Angestellten. Sie hat nur einen Einfluss auf die Löhne der Verwaltungsräte, der Geschäftsleitungsmitglieder und der Beiräte. Die Aktionäre werden über die Lohnpolitik für die Bankverantwortlichen abstimmen können, nicht aber über die der Angestellten. Die Lohnpolitik für die Bankangestellten untersteht somit keiner demokratischen Kontrolle. Die Angestellten sind auf sich selber angewiesen, um einen gerechten Lohn zu bekommen. Auch in denjenigen Banken wo Lohnverhandlungen stattfinden, müssen die Angestellten selber um einen gerechten Lohn kämpfen, weil jede Form von kollektiver Lohnerhöhung von der Bank meisten abgelehnt wird. Zugegeben, eine sehr schwierige Aufgabe für den einzelnen Angestellten, weil sowohl die Informationen wie die Macht sehr unterschiedlich verteilt wird.
Tipps des SBPV für das Mitarbeitergespräch:

  1. Erkunden Sie sich über die vorgesehene Erhöhung der Lohnmasse (wo es keine Personalvertretung in der Bank gibt, bleibt diese Information manchmal vorenthalten).
  2. Sie sollten die eigene Lohn- und Bonusentwicklung der letzten Jahre kennen, damit sie diese mit der vorgesehenen Erhöhung der Lohnmasse vergleichen können.
  3. Ermitteln sie die Position ihres Lohns im Lohnband aufgrund ihrer Funktion und Position.
  4. Sprechen sie mit ihren Kolleginnen und Kollegen über ihren Lohn und vergleichen sie miteinander.
  5. Vergewissern sie sich im Zweifelsfall und rufen den SBPV an – sofern Sie Mitglied sind –um den Lohn-Benchmark zu erfahren.
  6. Sprechen Sie die Lohn- und Bonusfrage im Gespräch an und formulieren sie präzise Forderungen.

Denise Chervet
Geschäftsführerin SBPV
denise.chervet@sbpv.ch
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