Keine Aufweichung des Arbeitsgesetzes

14/09/2021

Zürich, September 2021 – Der SBPV hat sich zum bundesrätlichen Entwurf für ein Jahresarbeitszeitmodell für Betriebe «in den Bereichen Beratung, Wirtschaftsprüfung und Treuhand» in der Vernehmlassung dezidiert kritisch geäussert. In Umsetzung der parlamentarischen Initiative Graber schlägt der Bundesrat vor, die Verordnung 2 zum Arbeitsgesetz, um einen neuen Artikel zu ergänzen, in dem für die oben erwähnten Branchen die Wochen-Höchstarbeitszeiten, das Verbot der Sonntagsarbeit und weitere Vorschriften für einen grossen Teil des Personals stark aufgeweicht werden sollen. Auch wenn die Mitarbeitenden der Banken nicht direkt betroffen wären von einer solchen Regelung: Es braucht keine weitere Aufweichung des Arbeitsgesetztes mittels immer neuer Ausnahmebestimmungen! Bereits heute sind unter bestimmten Bedingungen der Verzicht auf die Arbeitszeiterfassung für Angestellte mit mehr als 120’000 CHF Jahreseinkommen bzw. der Übergang zu einer erleichterten Erfassung der Arbeitszeit möglich. Mit der Vereinbarung über die Arbeitszeiterfassung haben die Sozialpartner der Bankbranche vor einigen Jahren einen sinnvollen Kompromiss gefunden. Auch die Wirtschaftsprüfungs-, die Unternehmensberatungs- und die Treuhandbranche können bei Bedarf diesen Weg gehen – gemeinsam mit Arbeitnehmerverbänden und / oder mit den gewählten ArbeitnehmervertreterInnen. Von oben verordneten Alleingängen hingegen schaden der Sozialpartnerschaft.

Download: Vernehmlassung SBPV zu ArGV2 34a