Der SBPV fordert für 2022 mindestens 2.2% oder 300 Franken im Monat mehr Lohn für Bankmitarbeitende in der Schweiz

06/10/2021

Medienmitteilung zu den SBPV Lohnforderungen 2022

Zürich, 06. Oktober 2021 – Die Banken in der Schweiz haben im Geschäftsjahr 2020 trotz der Covid-19-Krise Gewinne ausgewiesen und die bis jetzt für 2021 publizierten Resultate sind weiterhin sehr gut. Die Umsatzentwicklung ist über die letzten Jahre positiv ausgefallen und auch für dieses Jahr ist eine positive Entwicklung zu vermelden. Mit der Homeoffice-Pflicht hat sich das Mobilitätsverhalten nachhaltig verändert, und die Digitalisierung wurde stark vorangetrieben. Gleichzeitig haben aber durch Homeoffice die meisten Banken Einsparungen erzielt und sie werden in Zukunft noch mehr sparen, beispielsweise bei Raummieten und Energiekosten, bei Mitarbeiterangeboten wie Pausenkaffee und vergünstigter Verpflegung.

Wir haben in der Lohnumfrage 2021 über 4’000 Mitarbeitende aus dem Finanzsektor befragt und an der vom SBPV organisierten Peko-Tagung vom 16.09.2021 mit Vertretern der Personalkommissionen das Thema Lohnforderungen intensiv diskutiert. Unter anderem mit diesem Ergebnis: Die Löhne in der Bankbranche steigen zwar, aber nicht alle profitieren davon. Eine individuelle Lohnerhöhung haben für 2021 nur noch 32% der Befragten erhalten, gegenüber 37% bei der letzten Umfrage. Aus diesem Grund setzen wir uns für eine generelle Lohnerhöhung ein und fordern mindestens 2.2% oder 300 Franken im Monat mehr Lohn für Bankmitarbeitende in der Schweiz. Die 2.2% ODER 300 Franken im Monat sollen sicherstellen, dass besonders die niedrigeren Löhne eine Lohnerhöhung von mehr als 2.2% erhalten. Gemeinsam mit Vertretern der Personalkommissionen hat der SBPV zum Thema Lohndiskriminierung ausserdem folgende Forderung: Wo Lohndiskriminierung zwischen Männern und Frauen weiterhin besteht, ist diese zu beseitigen.

Nur eine Minderheit der Befragten findet, die Löhne beim eigenen Arbeitgeber würden nach fairen und transparenten Regeln festgelegt. Lohnerhöhungen sollten als fair empfunden werden, und das ist genau dann der Fall, wenn alle etwas erhalten und die Kriterien für individuelle Lohnerhöhungen zudem transparent gemacht werden. Die Banken haben hier gegenüber ihren Mitarbeitenden ein Glaubwürdigkeitsproblem. Bei Boni ist dies noch deutlicher zu spüren: Wie werden diese überhaupt verteilt? Uns stellt sich somit die Frage, ob sie in die Fixlöhne integriert oder gemäss einem anderen System verteilt werden sollten, um mehr Transparenz zu schaffen und dadurch auch das Vertrauen der Mitarbeitenden (zurück) zu gewinnen. Im Jahr 2022 wird dies ein Fokusthema für den SBPV und die Personalkommissionen sein, wir werden entsprechende Angebote zu den Themen Lohnsysteme, Boni, Verhandlungsstrategien, etc. für die Personalkommissionen und unsere Mitglieder entwickeln.

Kontakt:
Natalia Ferrara, Co-Geschäftsführerin Mitglieder und Vertragspolitik, kommunikation@sbpv.ch


Medienmitteilung zu den SBPV Lohnforderungen 2022