Mindestlohn in den Banken massiv erhöht

8. Dezember 2014

An den VAB-Verhandlungen 2014 forderte der SBPV eine Erhöhung des Mindestlohns. Dieser betrug seit 2009 CHF 50’000.–. Es war also höchste Zeit, ihn nicht nur der Teuerung anzupassen, sondern auch den stark gestiegenen Anforderungen der Bankangestellten anzugleichen. Nach zwei Verhandlungssitzungen einigten sich die Sozialpartner: Der Mindestlohn wird im 2015 für Bankangestellte mit einem eidgenössischen Fähigkeitszeugnis auf CHF 56’000.– erhöht. Für die übrigen Angestellten gilt ein Mindestlohn von CHF 52’000.–.
Der SBPV setzt sich erfolgreich für die Bankangestellten ein
Die Forderung des SBPV, den Mindestlohn massiv zu erhöhen, schien auf den ersten Blick illusorisch. Doch das erfreuliche Resultat der VAB-Verhandlungen ist nicht nur ein Resultat zweier Verhandlungssitzungen. Seit Jahren pflegt der SBPV den Kontakt mit den Verantwortlichen des Arbeitgeberverbands der Banken, um die Sozialpartnerschaft zu stärken. Man darf hoffen, dass die Lohnvereinbarung eine Vorreiterrolle für weitere Verbesserungen in der VAB einnimmt. Diese Verbesserungen werden im Oktober 2014 verhandelt.
Mindestlohn wirkt sich auch auf die übrigen Löhne aus
Die Erhöhung des Mindestlohns wirkt sich direkt auf alle Angestellten aus, die aktuell weniger als der Mindestlohn verdienen. Er beeinflusst aber indirekt auch die Löhne der Mehrheit der Bankangestellten. Wenn der Ausgangspunkt der Lohnskala erhöht wird, müssen auch die übrigen Lohnstufen angepasst werden. Dies betrifft alle Angestellten, die jährlich weniger als CHF 90’000.– verdienen, also die Mehrheit der Angestellten, die der Vereinbarung über die Anstellungsbedingungen der Bankangestellten unterstellt sind. Gemäss unserer Lohnumfrage 2013 beträgt der Medianlohn der Angestellten zwischen 20 und 29 Jahren CHF 70’000.–, derjenige der Mitarbeitenden ohne Kaderfunktion CHF 76’000.– und derjenige in der Ostschweiz CHF 90’000.–. Das Bundesamt für Statistik bestätigt dieseAngaben: Im 2012 betrug der Medianlohn der Bankangestellten ohne Kaderfunktion CHF 78’288.–. Daraus kann man folgern, dass besonders Mitarbeitende ohne Kaderfunktion, Junge und Angestellte aus der Ostschweiz von der Lohnerhöhung profitieren werden. Auch wenn die Erhöhungen nicht sofort gespürt werden können, werden sie in den nächsten Jahren ihre Wirkung erzielen.
Wer kann sich auf die Erhöhung berufen?
Alle Angestellten, die über ein eidgenössisches Fähigkeitszeugnis verfügen (auch in einem anderen Beruf als in der Bank) und alle, die die Ausbildung „Bankeinstieg für Mittelschulabsolventen“ (BEM) abgeschlossen haben, haben Anrecht auf einen Mindestlohn von CHF 56’000.–, sofern die Bank der VAB unterstellt ist. Angestellte mit einem eidgenössischen Berufsattest (EBA) erhalten diesen Mindestlohn nach zweijähriger Banktätigkeit. Für alle anderen Angestellten gilt ein Mindestlohn von
CHF 52’000.–
Die neuen Bestimmungen treten gleichzeitig mit den jährlichen Lohnerhöhungen in Kraft, spätestens jedoch am 1. April 2015. Auch Banken, die der VAB nicht unterstellt sind, werden diesen Lohnerhöhungen früher oder später folgen müssen, um auf dem Arbeitsmarkt attraktiv zu bleiben.
Die Untergrenze darf nicht unterschritten werden
Der Mindestlohn gilt für alle Angestellten, die in einer Bank arbeiten, die der VAB unterstellt ist. Tiefere Löhne dürfen nur vereinbart werden, nachdem die Sozialpartner, in diesem Fall die Vertragsparteien der VAB (Art. 25 VAB), konsultiert worden sind.
Denise Chervet