Persönlicher Kommentar: Ehrliche Banker

9. Dezember 2014

Liebe Denise,
Von mir hört man im Normalfall nicht viel. Nun ist mir aber das Fass übergelaufen.
Was hier Professoren von der Uni von sich geben, ist unter jeder Kanone. Da werden Leute von der Allgemeinheit und auch von Bankern über Steuern während Ihres Studiums und auch in ihrer jetzigen Tätigkeit finanziert.
Ich habe 45 Jahre lang gerne meinen Beruf ausgeübt und war bekannt für Seriosität.
Ich durfte trotzdem oder vielleicht auch gerade deshalb eine recht ansehnliche Karriere machen.
Vor allem genoss ich von meinen Vorgesetzten ein sehr hohes Vertrauen.
Ich bin immer noch stolz, ein Bänkler gewesen zu sein, dies im vollen Wissen, dass es auch
schon zu meiner Zeit schwarze Schafe gab. Das leidige Problem ist aber die Gier, alles zu tun,
um noch mehr zu verdienen, angeheizt durch die Globalisierungssituation, wo die irrige Auffassung
herrschte, alles von Amerika zu übernehmen. Das gilt übrigens auch heute noch.
Von dieser Studie fühle ich mich diffamiert, zumal ich die Grundlagen dieser Studie auch in einer
Primarklasse
durchführen könnte und wahrscheinlich auf ähnliche Resultate käme.
Ich frage mich immer mehr, wie solch hoch intelligente Köpfe solchen Stuss verbreiten können. Diese
müssten
sich in der Wirtschaft zuerst einmal bewähren. Wir haben schon zu viele Theorien, wie zu arbeiten sei
gehört und
auchentsprechend dann gelitten, wenn sie sich als haltlos entpuppten.
Gegen eine seriöse Aufarbeitung der Unregelmässigkeiten (das meine ich nicht banal) habe ich
nichts einzuwenden.
Sie helfen dem seriösen Bankenstand vielleicht wieder zum Durchbruch. Nur, das weiss auch ich, mit
Seriosität
lässt sich halt nicht spektakuläre Gewinne erzielen. Aber sicherlich solche die nachhaltig sind.
Dafür habe ich immer wieder mich eingesetzt, manchmal bis zu Geschäftsleitungen. Ob das meine
Karriere
gebremst hat, das ist mir eigentlich auch im Nachhinein egal. Wichtig war, dass ich mir jeden Tag im
Spiegel ins Gesicht schauen konnte.
Davon aber sagt diese Studie nichts.
Liebe Grüsse
Peter
Peter Zürrer