Sozialpartner der Bankbranche: Einigung über Erhöhung des Mindestlohnes und Handhabung der Arbeitszeiterfassung

19. September 2014

Die Sozialpartner der Bankbranche haben sich auf eine Erhöhung des Mindestlohnes auf 52‘000.– resp. auf 56‘000.– für Mitarbeitende mit einer abgeschlossenen Berufslehre geeinigt. Zudem sind die Sozialpartner bereit für die Regelung der Arbeitszeiterfassung im Rahmen einer sozialpartnerschaftlichen Vereinbarung. Diese sieht die Möglichkeit eines Verzichts auf die Arbeitszeiterfassung für Mitarbeitende, die über Zeitsouveränität und ein Basissalär von mehr als 132‘000 (exkl. Boni) verfügen.  
Mit der Anpassung des Mindestlohnes in der Vereinbarung über die Anstellungsbedingungen der Bankangestellten (VAB) von 50‘000.– auf 52‘000.– tragen die Sozialpartner der Bankbranche der Entwicklung des Lohnniveaus seit der letzten Erhöhung im Jahre 2009 Rechnung. Zudem setzen sie mit der Erhöhung auf 56‘000.— für Lehrabsolventen ein starkes Zeichen für die Bedeutung der Berufslehre in der Schweiz.
Gleichzeitig haben die Sozialpartner eine Einigung über die Handhabung der Arbeitszeiterfassung in der Bankbranche erzielt. Dieser Einigung liegt das gemeinsame Verständnis zugrunde, dass die Arbeitszeiterfassung für eine Mehrheit der Mitarbeitenden beibehalten bleibt, hingegen für eine Minderheit von Mitarbeitenden wegfallen kann. Konkret sollen Mitarbeitende mit einem jährlichen Basissalär (exkl. Boni) über 132‘000.– auf die Erfassung ihrer Arbeitszeit verzichten können, sofern sie gleichzeitig über ein ausgeprägtes Mass an Zeitsouveränität verfügen.
Die Modalitäten zur Befreiung von der Pflicht zur Arbeitszeiterfassung müssen in einer Vereinbarung geregelt werden, die nur von Banken unterzeichnet werden kann, die der VAB unterstellt sind. Eine solche Vereinbarung erfordert eine gesetzliche Grundlage. Die Sozialpartner verweisen in diesem Zusammenhang auf die zur Zeit laufende Revision der Bestimmungen über die Arbeitszeiterfassung. Sie begrüssen die  Schaffung eines Regelungsspielraums für sozialpartnerschaftliche Lösungen als geeignete Möglichkeit, branchenspezifischen Eigenheiten und Bedürfnissen gerecht zu werden.
Mit diesem Abkommen zwischen den Sozialpartnern der Bankbranche liegt erstmals ein sozialpartnerschaftlich getragener, konkreter und pragmatischer Lösungsansatz für ein Problem vor, das seit Jahren sehr kontrovers diskutiert wird.
Bern, 19. September 2014
Für Rückfragen:
Schweizerischer Bankpersonalverband
Denise Chervet, Zentralsekretärin, 079 408 92 40, denise.chervet@sbpv.ch>